Eidgenössisches Jungtambourenfest in Zofingen: Rückschau
Zahlreiche OTV-Vereine am 1. Eidgenössischen Jungtambourenfest in Zofingen
OTV-Jugend trommelt im schweizweiten Vergleich überzeugend
Was die Aktiven im Schweizer Trommelwesen schon lange haben, haben jetzt auch die Jungen: ihre eigenen Schweizermeisterschaften. In Zofingen kam es erstmals zum schweizweiten Kräftemessen der Jungtambouren und somit auch der Verbände des STPV. Der OTV schnitt punkto Beteiligung, aber auch punkto Leistung im nationalen Vergleich überzeugend ab.
Erster schweizweiter Kräftevergleich
Ein Novum in der Schweizer Jungtambourenszene: Die Jungtambouren im Schweizer Trommelwesen konnten bislang nur auf regionaler bzw. auf Verbandsebene im friedlichen Kräftemessen um Punkte und Rangierungen gegeneinander antreten. Eidgenössische Feste waren den Aktivsektionen vorbehalten. Nun haben auch die jungen Trommlerinnen und Trommler ihre eigenen Schweizermeisterschaften. Die Premiere fand vom 12. bis zum 14. September in Zofingen statt. Dort bot sich den Jungtambouren anlässlich der ersten Eidgenössischen Jungtambourenwettspiele erstmals die Gelegenheit, sich auf nationaler Ebene miteinander zu messen. Die Wettspiele in Zofingen waren für jeden Verein, ja für jeden Einzelwettspieler ein schweizweiter Gradmesser. Vor allem aber machten die Wettspiele ein Kräftemessen zwischen den einzelnen Verbänden des Schweizerischen Tambouren- und Pfeiferverbandes möglich.
Zahlreiche OTV-Sektionen
In diesem schweizweiten Kräftemessen darf sich der OTV punkto Beteiligung mit Fug und Recht das Prädikat „überzeugend“ ausstellen lassen: Zahlreiche Sektionen des Ostschweizerischen Tambourenverbandes nahmen diese allererste Gelegenheit zu einem eidgenössischen Wettspiel in Einzel- und Sektionskategorien auf der Jungtambourenstufe wahr. Dazu gehörten die Vereine aus Adliswil, Andelfingen, Appenzell, Horgen, Kreuzlingen, Lüchingen, Näfels, Schaffhausen, St. Gallen, Wädenswil, Winterthur und Zürich. Einige Sektionen – etwa die Stadttambouren Wil, der Tambourenverein Fürstenland/Gossau oder der Tambourenverein Domat/Ems – traten ausschliesslich mit Einzeltambouren an. Einige OTV-Vereine hatten den Weg nach Zofingen gar nicht eingeschlagen – in vielen Fällen wohl deshalb, weil die OTV-Verbandswettspiele im vergangenen Mai in Elgg prioritär waren und die Vorbereitung zweier Wettspiele in einem Vereinsjahr zu aufwändig und zu kostspielig gewesen wäre.
Herausragende Einzelleistungen
Punkto Leistung und Qualität hatte sich der OTV in Zofingen ebenfalls das Prädikat „überzeugend“ verdient. Im Einzel- wie im Sektionswettspiel resultierten einige sehr gute Leistungen. Sie sind das Resultat einer qualitativ sehr hoch stehenden Jugendarbeit, die im OTV erbracht wird. Gleichzeitig muss aber auch neidlos eingestanden werden, dass die OTV-Vereine den Jungtambourensektionen aus Trommelhochburgen anderer Verbände – dazu zählen etwa Erschmatt aus dem OWTPV oder Laupersdorf und Möhlin aus dem ZTPV – das Wasser (noch) nicht zu reichen vermögen. Herausragendste Leistungen aus Sicht des OTV sind die Resultate der Wiler Stadttambouren Yves Wiesli und Jan Künzle: In der Einzelkategorie der höchsten Stärkeklasse der Jahrgänge 1989 und jünger (T1J) mit 110 Teilnehmern erzielten sie mit den Finalrängen 4 (Wiesli) bzw. 6 (Künzle) nationale Spitzenresultate. Die beiden Glarner Marc Hobi und Seth Müller liessen sich als 10. bzw. 15. ihrer Vorrundengruppen zu Recht ebenfalls als Kranzgewinner feiern.
Winterthur in den nationalen Top Ten
Im Sektionswettspiel der höchsten Stärkeklasse S1J platzierte sich die Jugendmusik Winterthur unter der Leitung von Oliver Bürgis mit Rang 9 in den nationalen Top Ten. Ausgezeichnet war auch die Leistung des Tambourenvereins aus Näfels: Unter der Direktion von André Hauser verpasste das Glarner Korps den Festsieg in der zweithöchsten Stärkeklasse nur um wenige Zehntelspunkte und wurde Zweiter. In derselben Kategorie erreichte der TV Wädenswil Rang 10. In den Sektionswettspielen der dritthöchsten Stärkeklasse reihte sich der Tambourenverein der Stadt Kreuzlingen, geleitet von Angelo Razzino, als Siebenter unter die ersten zehn Vereine. Knapp an den Top Ten vorbei trommelte die Musikgesellschaft Appenzell mit Rang 11.
Zahlreiche OTV-Kranzgewinner
Weitere OTV-Glanzlichter im Einzelwettspiel sind die folgenden: In der Kategorie T2J (die zweithöchste Stärkeklasse der Jahrgänge 1989 und jünger) mit rund 100 Teilnehmern war es die Jugendmusik Winterthur, die den OTV ehrenvoll vertrat: Gleich drei Winterthurer trommelten sich ins Finale der besten 16. Dort platzierten sich Mario Noseda als 5., Lorenzo Fadelli als 12. und Alex Bleisch auf Rang 14. Die Zahl drei blieb für den OTV auch im der Einzelkategorie der Jahrgänge 1993 und jünger (T3J, 160 Teilnehmer) wichtig, denn wiederum glänzten drei Tambouren aus dem OTV als Finalisten: Tamino Weggler aus Domat/Ems verpasste als Zweiter mit einem hauchdünnen Rückstand den Festsieg, Cédric Landolt (Glarner TV Näfels) wurde 15., Fabian Buchli (Glarner TV Näfels) trommelte sich auf Rang 15. Ebenfalls zu Kranzehren in der Kategorie T3J kamen Fabien Monory (Näfels) als 9., Dylan Puser (Domat/Ems) als 10., Dominic Hanselmann (Buchs) als 11., Cyrill Bucher (Gossau) als 15., Ramon Brunschwiler (St. Gallen) als 17., Fabian Kobelt (Lüchingen) als 19., Manuel Federspiel (Domat/Ems) als 21. und Marc Bühler (Winterthur) als 24. ihrer Vorrundengruppen.
Nächste Standortbestimmung in Winterthur
Auch in der Kategorie T4J (Jahrgang 1995 und jünger) mit 150 Teilnehmern war der OTV im Finale der besten 16 mit Jay Gradolf (Domat/Ems) auf Rang 13 vertreten. Aufgrund ihrer guten Leistungen in der Vorrunde ertrommelten sich auch Ramon Heim (Gossau) als 14. und Tamara Marolf (Kreuzlingen) als 23. eine der begehrten Kranzauszeichnungen. Ohne Finale wurde das Wettspiel in der Kategorie der jüngsten Tambouren (Jahrgang 1997 und jünger) ausgetragen. 107 Knaben und Mädchen hatten sich in dieser Kategorie T5J der Jury gestellt. Zu den besten 30 Prozent und somit zu den Kranzgewinnern gehörten auch Urs Brunschwiler (St. Gallen) als 12. sowie Tanja Ihasz (Kreuzlingen) und Fabian Branger (Domat/Ems), die sich ex aequo auf Rang 26 trommelten. Gewinner aus dem OTV gab es noch viele weitere, denn schlussendlich haben sich alle Tambouren, die sich in Zofingen der Jury stellten, allein schon durch ihren Mut zur Wettspielteilnahme zu Gewinnern gemacht. Sie alle können nun zudem von sich behaupten, an den ersten Schweizermeisterschaften und somit an der ersten schweizweiten Standortbestimmung der Jungtambouren überhaupt mit von der Partie gewesen zu sein. Die nächste Möglichkeit zur verbandsinternen Standortbestimmung bietet sich vom 15. bis zum 17. Mai 2009 an den OTV-Wettspielen in Winterthur.
Rangliste: http://www.stpv.ch/de/wettspiele/eidgenoessiche/
Nadio Giger


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